In einem weißen Kreis ist ein Mikrofon. Der Hintergrund ist gelb-grau mit dem Logo "Alkohol? Kenn dein Limit."
True Story

Tim Bendzko im Interview

Afterpartys, Tourleben, Promistatus – wie wild ist das Leben von Tim Bendzko? Wir haben beim Singer-Songwriter nachgefragt.

Kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 haben wir mit Tim Bendzko über Alkohol gesprochen und dabei unter anderem erfahren, welche wichtige Rolle sein Opa dabei spielt.

So schmeckt "Erfolgsdurst"

KDL: Du bist einer der erfolgreichsten deutschen Musiker und Erfolge müssen gefeiert werden. Hand aufs Herz – wie wild sind die Partys im Musikbusiness?

Tim: (lacht) Man muss auf jeden Fall lernen, auch „nein“ zu sagen, denn die Drinks werden in rauen Mengen ausgeschenkt. Da ist die Versuchung groß, viel zu trinken.

KDL: Und wie gehst du mit der Versuchung um?

Tim: Es gibt auch mal Wochen, in denen ich auf vielen Veranstaltungen bin und dann regelmäßig was trinke. Doch das hört auch schnell wieder auf. Wenn ich merke, dass ich häufiger Alkohol getrunken habe, klopft von alleine etwas bei mir an und sagt: „Jetzt ist’s aber genug!“.

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KDL: Deine innere Stimme … Aber wie hast du dein Limit kennengelernt?

Tim: Ich glaub, ich habe einfach schnell gemerkt, wie extrem es mich nervt, Zeit zu verschwenden. Wenn man einen über den Durst trinkt, ist der Tag danach komplett verloren. Das ist für mich der größte Ansporn, es nicht zu übertreiben. Ich will auch nach einem ausgelassenen Abend den nächsten Tag nutzen. Verkatert im Bett liegen, das macht doch keinen Sinn (lacht).

„Verkatert im Bett liegen, das macht doch keinen Sinn!”

Tim Bendzko

Alkohol? Nicht bei der Arbeit!

KDL: Verkatert wäre es auch schwierig, mit Touren, Lampenfieber und dem Erfolgsdruck umzugehen…

Tim: Vor jedem Auftritt bin ich sehr konzentriert, versuche meine Nervosität in den Griff zu bekommen und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren – eine tolle Show für meine Fans.

Da ist kein Platz für Alkohol. Bei der Arbeit trinken kommt für mich eh nicht in Frage. Dasselbe gilt fürs Songs schreiben. Mit Alkohol? Ein No-Go! Entweder, ich schaffe das aus eigener Kraft heraus oder ich lasse es einfach.

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KDL: Starke Worte!

Tim: Das heißt nicht, dass wir nie Alkohol trinken. Natürlich erlauben wir uns im Team auch mal einen Drink und stoßen auf unsere Auftritte an. Dabei ist jedoch allen klar, dass wir am nächsten Tag wieder topfit auf der Bühne stehen müssen.

KDL: Erzähl mal von deinen ersten Erfahrungen mit Alkohol …

Tim: Da gibt es nicht viel zu erzählen. Ich war auf einer Sportschule und hatte auch nur Sport im Kopf. Und weil sich Sport und Alkohol nicht vertragen, hat man mich wenig auf wilden Partys gefunden. Natürlich hab‘ ich auch mal zu viel Alkohol getrunken, aber insgesamt hielt sich das bei mir immer in Grenzen. Das verdanke ich auch meinem Opa. Soll ich die Geschichte kurz erzählen?

KDL: Gerne! Wir sind sehr gespannt…

Ein einschneidendes Erlebnis

Tim: Mein Opa war mit seinen Freunden beim Kegeln und an dem Abend der Fahrer. Auf dem Heimweg lief ihm ein Kind vors Auto. Er legt eine Vollbremsung hin und alle kommen mit dem Schrecken davon – zum Glück ist nichts passiert.

„Wenn ich fahre, trage ich Verantwortung – da rühr‘ ich nicht einen Tropfen an!”

Tim Bendzko

Tim: Das Ding ist: Hätte er wie seine Kegelkumpel Alkohol getrunken, wäre seine Reaktion nicht dieselbe gewesen. Das Kind wäre möglicherweise im Krankenhaus gelandet und mein Opa für den Rest seines Lebens unglücklich geworden. Diese Anekdote hat er mir als Kind oft erzählt und ich finde sie auch nach Jahren extrem wichtig und lehrreich.

Wenn ich fahre, trage ich Verantwortung – da rühr‘ ich nicht einen Tropfen an! Da bin ich eisern. Ich halte echt nichts davon, drei Minuten cool zu sein, um sich den Rest des Lebens zu versauen.

KDL: Eine tolle Einstellung! Die sollte immer – auch während der WM – beherzigt werden. Aber sag mal, du als großer Fußballfan – wie verbringst du eigentlich den WM-Sommer? (Anmerkung der Redaktion: im Jahr 2018)

Tim: Ich bin nicht so der Public-Viewing-Mensch, lieber bleib ich entspannt zuhause auf dem Sofa. Und da darf natürlich auch ein Bier getrunken werden! (lacht)